Lic.phil. André Dietziker Fachpsychologe für Psychotherapie FSP Eidg. anerkannter Psychotherapeut
Focusing
Zugerstrasse 56f, CH-6330 Cham Tel. 041 780 93 39               dietziker@zug-psy.ch
Focusing wurde von einem Schüler Carl Rogers', dem amerikanischen Philoso- phen  Gene Gendlin, entwickelt. Es handelt sich um die Erweiterung des Person- zentrierten Ansatzes (PCA) um die Dimension des Körpers.  Focusing heisst, seinem Körper auf behutsame, respektvolle Weise zuzuhören und die Botschaften anzunehmen, die das Innere einem sendet. Es ist ein Pro- zess, bei dem der Mensch mit seiner inneren Weisheit in Berührung kommt und sich der unterschwelligen Wissensebene bewusst wird, die sich durch den eige- nen Körper offenbart. Focusing ist nicht in erster Linie eine therapeutische Tech- nik. Es kann auch gut alleine ausgeführt werden. Focusing ist ein körperzentrierter Prozess des Selbstwahrnehmens. Man  kann jederzeit und in jeder Körperhaltung focusieren. Am einfachsten ist Focusing aber im Sitzen oder Liegen. Wenn ich jemanden beim Focusing anleite und begleite, beginnt dies gewöhnlich mit einem bewussten Ankommen im Körper. Anschliessend folgt eine Phase, in welcher gleichsam innerlich Raum geschaffen wird. Die focusierende Person gewinnt dadurch Abstand zu den alltäglichen Dingen, Gedanken und Belastungen. Diese beiden Teile für sich können schon sehr hilfreich und entspannend sein. Der Mensch kann so im Körper einen guten Ort finden, an dem es sich besonders wohl anfühlt. Manchmal entsteht nun ein Prozess aus dem Körperempfinden heraus, manch- mal wählt man bewusst einen Inhalt, auf den man sich beziehen möchte. In der Körper-Resonanz entstehen gefühlte Bedeutungen, welche befragt und durch Symbole (Körperempfindungen, Worte, Gefühle, Bilder usw.) beschrieben wer- den. Es ist eine Bewegung vom Diffusen zum Klaren. Dabei befinden sich sowohl die focusierende Person als auch ich als Begleiter in einer Haltung der Absichts- losigkeit. Wir sind gleichsam aufmerksame Beobachter dessen, was sich aus dem Organismus heraus offenbart. Wir begegnen dem inneren Prozess mit Geduld und wacher Achtsamkeit, ohne Anspruch und Erwartung. Es gibt kein richtig oder falsch, keinen Leistungsdruck. Man kann nichts erzwingen, sich nur beschenken lassen. Oft entstehen aber tatsächlich Antworten aus dem inneren Erleben des Körpers heraus. Diese sind, wenn sie ganz genau treffen, begleitet von einer körperlichen Entspannung. Die gefühlten Erkenntnisse gilt es abschliessend anzunehmen und zu schützen, damit sie den Prozess der Selbstentfaltung nähren. Meine Aufgabe ist es, eine aufmerksame, schützende und umsorgende Atmos- phäre herzustellen und den gesamten Menschen in seiner Verletzlichkeit wahrzu- nehmen. Während des Focusing-Prozesses folge ich konzentriert dem Erleben des Menschen und unterstütze seine innere Reise.
Gene  Gendlin hat wissenschaftlich untersucht, welches in unterschied- lichen Therapierichtungen die wirk- ungsvollen Faktoren sind. In Abgren- zung und Ergänzung zu Carl Rogers hat Gendlin herausgefunden, dass es nicht immer ausreichend ist, die pass- enden Bedingungen bereitzustellen, damit persönliche Veränderung ge- schehen kann. Für Gene Gendlin ist ein zentraler Faktor für Persönlichkeits- veränderung die Art und Weise, wie die Person "innerlich mit sich umgeht". Diese Art des inneren Umgangs hat er mit dem Begriff "Experiencing" be- zeichnet.   Beim Experiencing handelt es sich um ein körperlich spürbares, vieldimensio- nales Erleben, aus dem persönliche Bedeutungen hervorgebracht werden können. Das einzelne Element dieses Erlebens, auf das man sich im jeweili- gen Moment bezieht, wird "felt sense" genannt. Dabei geht es nicht um ge- wohnheitsmässige Erlebensmuster, sondern um spontan hervortretendes Erleben. Nach Gendlin verbergen sich in diesem spontanen authentischen Fühlen impli- zit die nächs- ten Entwickl- ungsschritte. Gelingt das Zusammen- fügen der ge- fühlten per- sönlichen Bedeutung mit passen- den Symbolen wie Bildern, Sprache, oder Handlungen, signalisiert der Kör- per dies mit einer spürbaren Entspan- nung, dem sogenannten "felt shift". In seiner Experiencing-Theorie hat Gendlin dargestellt, dass unter allen psychologischen Konstrukten eines Menschen ein "Fluss des Fühlens und Erlebens" fliesst. Immer dann, wenn es gelingt, für Momente mit diesem Fluss in Berührung zu kom- men, bewegt sich der Prozess der Selbstentfaltung weiter. Hierfür hat Gene Gendlin die Methode des Focu- sing entwickelt. Dies ist eine Technik, welche die direkte Bezugnahme auf den inneren Erlebensfluss herstellt. Gene Gendlin verstarb am 1. Mai 2017 im Alter von 91 Jahren.
In der Schweiz bildet das Focusing Forum Zürich die offizielle Schnittstelle zum internationalen Focusing-Netzwerk. Eine benachbarte Einrichtung ist das GFK- Institut (Gesprächspsychotherapie, Focusing und Körperpsychotherapie) in Zürich. Im deutschsprachigen Raum sind das Deutsche Ausbildungsinstitut für Focusing in Würzburg (DAF), das Focusing-Zentrum Karlsruhe (FZK)  und das Deutsche Focusing-Netzwerk  die wichtigsten Institutionen.   Gene  Gendlin betreibt in New York ein eigenes Institut. 
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